Uneinigkeit beim Mallawi Museum und bei den Reiseveranstaltern – Ein neuer Wochenrückblick

Die UNESCO hat sich mittlerweile vor Ort ein Bild des Mallawi Museum gemacht und offiziell bestätigt, dass das Museum fast vollständig geplündert worden ist. Uneinigkeit herrscht aber bei den Zahlen, wie viele Objekte denn mittlerweile ihren Weg zurück ins Museum gefunden haben.

Laut UNESCO fehlen mittlerweile noch 600 von den insgesamt 1080 Artefakten (Stand: 17.09.2013), während der Antikenminister Mohamed Ibrahim in der Daily News Egypt von sage und schreibe 900 wiederbeschafften Objekten spricht (letztere Zahl klingt natürlich viel besser). Immerhin konnten ein paar Erfolge verbucht werden, wie die Festnahme eines vor Ort ansässigen Fleischers, der Objekte aus dem Museum gestohlen hat. Auf die Schliche kam ihm ein verdeckter Ermittler, der Interesse an seiner gestohlenen Ware zeigte. 13 Objekte waren in Besitz des Fleischers, der nun mit einer Anklage zu rechnen hat.
Gerade in Mittelägypten wütet der Mob weiter, wie das Bild der zerstörten nördlichen Grenzstele von Amarna zeigt, die um 1350 v. Chr. von Echnaton einst aufgestellt wurde.

Ebenfalls Uneinigkeit herrscht immer noch bei den Reiseveranstaltern, zumindest was Reiseziele am Roten Meer betrifft. Reisen nach Kairo, Luxor und Nilkreuzfahrten sind immer noch gestrichen, obwohl die ägyptischen Offiziellen nicht müde werden zu betonen, dass ihr Land sicher sei und in der Presse maßlos übertrieben werde. Wer gerne in entspannter Einsamkeit durch die Tempelhallen von Karnak spazieren möchte, für den werden die fehlenden Flüge nach Ägypten wohl das größte Hindernis werden. Air Berlin hat bis Ende Oktober alle Flüge gestrichen. Condor fliegt wiederum zumindest das Rote Meer ab dem 30. September wieder an und folgt damit der Empfehlung seiner Muttergesellschaft Thomas Cook (wozu auch Neckermann und Öger Tours gehören), die nun wieder Reisen in die beliebte Urlaubsregionen am Roten Meer anbieten. Der Meinung angeschlossen hat sich DER Touristik. Auch ITS, Jahn Reisen, Tjaereborg, ADAC Reisen und Meiers Weltreisen steuern ab dem 30. September immerhin das Rote Meer wieder an. Einzig TUI fährt weiterhin auf der vorsichtigen Schiene und folgt den, sowohl von einigen Reiseveranstaltern als auch Reisenden kritisierten, Warnungen des Auswärtigen Amtes. Alle Reisen nach Ägypten sind bei TUI bis 15. Oktober erst einmal gestrichen.


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