Foto Sarkophag der Sängerin Ta-Akhet
Sarkophag der Sängerin Ta-Akhet. Foto: Luxor Times Magazine

Sarg einer Sängerin in Sakkara gefunden

Während Aufräumarbeiten am Grab einer gewissen „Maya“ auf dem Bastet-Friedhof in Sakkara stolperte das französische Grabungsteam über drei ineinander verschachtelte Sarkophage einer Tempelsängerin namens Ta-Akhet. Während die Jahrtausende am äußeren Sarkophag nicht spurlos vorüber gegangen sind, sollen die beiden inneren in einem sehr guten Zustand sein. Der innerste Sarkophag wurde noch nicht geöffnet, aber man hofft, darin die Mumie der Verstorbenen zu finden.

Leider widersprechen sich die bisherigen Presseveröffentlichungen in manchen Details. So stammt der Sarg laut der staatlichen Ahram Online aus der 18. Dynastie, während das Luxor Times Magazine von einer Datierung in die 3. Zwischenzeit, also die 21.-24. Dynastie, ca. 500 Jahre später, spricht. Tatsächlich in die 18. Dynastie gehört das Grab der Maya, dem die Arbeit eigentlich galt. Wer allerdings diese Maya war, ist ebenfalls noch unklar. Laut Ahram Online handelt es sich hier um das Grab von Meritaton, der ältesten Tochter von Echnaton und Nofretete, die in der diplomatischen Korrespondenz des Hofes tatsächlich auch mit dem Namen „Mayati“ auftaucht. Die Luxor Times spricht dagegen davon, dass diese Maya eine der Ammen von Tutanchamun gewesen sei.

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Foto des inneren Sarkophags der Ta-Akhet

innerer Sarkophag der Ta-Akhet.
Foto: Luxor Times Magazine

Übereinstimmend wird aber berichtet, dass die beiden gut erhaltenen inneren Sarkophage mit sehr schönen Malereien bedeckt sind. Sie zeigen das Gesicht der Verstorbenen und Darstellungen von Blättern. Im bereits geöffneten mittleren Sarg wurden auch einige Grabbeigaben gefunden, darunter hölzerne Kopfstützen und ein mit Elfenbeinintarsien verzierter Kasten. Er ist 16cm lang und enthält einige Kosmetikutensilien, z.B. einen 14cm langen Löffel mit einem gazellenförmigen Griff sowie kleine Tiegel mit Augenschminke darin. Daneben wurde auch Schmuck aus Fayence gefunden, z.B. Perlen und ein Amulett in Form des Udjat-Auges.

Laut Ali El-Asfar, dem Leiter der Altägyptenabteilung des Antikenministeriums, ist noch völlig unklar, wie und warum der Sarg der Sängerin in das Grab der Maya geschafft wurde. Zusammen mit den o.g. Ungereimtheiten gibt es also an diesem Fund noch einiges zu klären. Aber nach so einer spektakulären Entdeckung sind die Forscher sicher hochmotiviert, all das herauszufinden.

Nachtrag: Die Liste der Gräber in Sakkara führt kein Grab der Meritaton, sehr wohl aber das der „Maia“, Amme des Tutanchamun. Insofern scheint die Version der Luxor Times die wahrscheinlichere zu sein…

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