Bilder: Antikenministerium Ägypten

Sensationelle Entdeckung ungeplünderter Gräber in Tuna el-Gebel

Auf einer Pressekonferenz verkündete Antikenminister El-Enany gestern die Entdeckung eines Friedhofs aus der 26. Dynastie mitten in der Wüste, einige Kilometer südlich von Tuna el-Gebel, einem Dorf in Mittelägyptens Bezirk Minya. Und zumindest einige dieser Gräber haben die etwa 2500 Jahre ungeplündert überstanden, denn es wurden viele wertvolle Schmuckstücke gefunden, die für die Pressevertreter in fünf Vitrinen ausgestellt waren.

El-Enany bezeichnete diesen Fund als einen der größten und wichtigsten der letzten Jahre. Dabei betonte er, dass dies bereits der zweite wichtige Fund in diesem noch jungen Jahr sei und dass beide – auch die kürzliche Entdeckung des Grabes der Hetepet in Gizeh – von ägyptischen Missionen gemacht wurden.

Priester des Gottes Thot

Mostafa Waziri, Leiter der ägyptischen Grabungsmission, die erst Ende des vergangenen Jahres mit den Arbeiten begonnen haben soll, erzählte, dass man mehrere Gräber von Priestern des Gottes Thot gefunden habe, der Hauptgott des 15. Gaus war. Etwa 1000 Figuren fanden sich in den Priestergräbern, darunter auch viele Uschebtis aus Fayence; einige zerbrochen, viele aber auch fast perfekt erhalten. Daneben wurden auch Familiengräber und Einzel- sowie Gruppengräber gefunden.

Sarkophage, Mumien, Kanopen und Schmuck

Herausragende Fundstücke sind u.a. die vier Kanopengefäße aus Alabaster mit den enthaltenen Organen, verziert mit Hieroglyphen, die den Namen des Verstorbenen enthalten. Weiterhin wurden 40 Granitsarkophage gefunden, mehrere Mumien, darunter die Mumie eines Priesters mit dem Namen Djehuti-Irdy-Es, ein bronzener Kragen, der die Göttin Nut mit ausgebreiteten Flügeln darstellt, wertvolle rote und blaue Perlen aus unterschiedlichen Materialien und viele andere Schmuckstücke. Darunter sind vier Amulette aus Halbedelsteinen mit Hieroglyphen, einer trägt die Phrase „Frohes neues Jahr“

Die gefundenen Artefakte kommen nun erst einmal in die Hände von Restauratoren. Die weiteren Grabungen werden sich aber wohl mindestens noch über weitere fünf Jahre erstrecken, gab der Antikenminister bekannt.

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  • mckracken

    Naja Sensation ist was anderes. Die Spätzeit finde ich jetzt auch wenig interessant.

    Aber wieviele Usschebtis braucht man eigentlich in den Museen? Vielleicht wäre es besser manche Gräber einfach Gräber sein zu lassen. Auch in Hinblick auf Totenruhe.

    Ist aber utopisch wegen den Grabräubern.

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