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Neue Scans an der Cheops-Pyramide geplant

Eine Gruppe hauptsächlich US-amerikanischer Physiker plant eine weitere Scanserie mit Hilfe der Myonen-Technologie an der großen Pyramide von Gizeh. Diese Forschungsmission, die sich „Exploring the Great Pyramid“ (EGP) nennt, will mit einem großen Myonen-Teleskop-System arbeiten, das eine 100-fach höhere Sensibilität haben soll, als die zuletzt benutzte Technik. Aufgrund der Größe der dafür benötigten Technik-Container, die 12m lang sind, sollen die Detektoren diesmal nicht im Inneren der Pyramide sondern außen, an deren Rand, aufgestellt werden.

Bereits in den 1960er Jahren hatte der amerikanische Physiker Luis Walter Alvarez die kosmische Strahlung genutzt, um in der Pyramide des Chephren nach versteckten Kammern zu suchen. Ein halbes Jahrhundert später nutzte das „ScanPyramids“-Projekt die gleiche Methode, um verschiedene Pyramiden in Ägypten zu scannen (wir berichteten mehrfach). Dabei entdeckten sie einen großen Hohlraum in der Cheops-Pyramide, der seitdem heiß diskutiert wird.

Mit dem neuen EGP-Projekt soll es möglich werden, nicht nur feste Stoffe und Hohlräume zu unterscheiden, sondern auch unterschiedliche Materialdichten zu messen. Damit könne man auch verschiedene Hypothesen zur Bautechnik überprüfen, die in der Fachwelt diskutiert würden. Denn noch wisse man ja nicht ganz genau, wie die Pyramiden einst gebaut wurden. Die Daten des EGP-Projekts könnten hier weiterhelfen, glauben die Forscher.

Ein solches Teleskopsystem besteht aus vier großen Containern, welche die Detektoren enthalten. Sie werden neben der Pyramide aufgestellt und dann an immer neue Standorte verschoben, um die Pyramide letztlich von allen Seiten gescannt zu haben (siehe Titelbild). Dadurch können die Daten später in einzelne Schnittbilder zerlegt werden, die dann das Innere der Pyramide zeigen.

Innenleben eines Detektoren-Containers. Bild aus: Bross et al.: »Tomographic Muon Imaging of the Great Pyramid of Giza«, 2022

Jeder Teleskop-Container ist 12m lang, 2,40m breit und 2,90m hoch. Diese Größe der Detektoren ist nicht nur für die deutlich höhere Genauigkeit gegenüber der in 2016 verwendeten Technik verantwortlich, sondern ermöglicht auch eine schnelle Datenerfassung. Allerdings haben die Forscher dennoch mindestens 2 Jahre für ihre Messungen veranschlagt. Es wird also noch etwas dauern, bis wir erste Ergebnisse erfahren werden.

Informationen und Bilder aus: Alan D. Bross et al.: »Tomographic Muon Imaging of the Great Pyramid of Giza«, 2022

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