Strafen gegen deutschen Amateurarchäologen verhängt

Bei seiner Sitzung am vergangenen Sonntag beschloss das ständige Komitee des ägyptischen Antikenministeriums (MSA), Strafen gegen den umstrittenen deutschen Amateurarchäologen Dominique Görlitz und Diejenigen, die ihn unterstützten, zu verhängen. Görlitz hatte im Inneren der Cheopspyramide mit Hammer und Meißel kleine Stücke aus einer vermutlich 4500 Jahre alten Königskartusche herausgebrochen, um das Alter der Proben untersuchen zu lassen (wir berichteten). Zudem wird sich auch die Kairoer Generalstaatsanwaltschaft mit dem Vergehen befassen, da gegen ägyptisches und internationales Recht verstoßen wurde.

Die MSA legt zunächst die Zusammenarbeit mit der Dresdner Universität auf Eis, weil diese die beiden Hobbyarchäologen unterstützt habe, sagte Mohamed Abdel Maqsoud, Leiter der Altägyptenabteilung der MSA. Das Labor, das die illegal außer Landes geschmuggelten Proben untersuchte, wird ebenfalls vom Bannstrahl der MSA getroffen. Antikenminister Mohamed Ibrahim schlägt sogar vor, dass die Namen der Beteiligten auf eine Flughafenüberwachungsliste von Interpol gesetzt werden.

Daneben werden die Untersuchungsergebnisse der selbsternannten Experten abgelehnt, da man ihnen die nötige Expertise abspricht. Diese hatten Zweifel am Entstehungsdatum der Pyramide geäußert und vermutet, sie könne deutlich vor Cheops‘ Regierungsantritt gebaut worden sein. „Völliger Quatsch“, sagt Achmed Said, Professor für altägyptische Zivilisation an der Kairoer Universität. Seriöse wissenschaftliche Untersuchungen hätten zweifelsfrei ergeben, dass die Kartusche aus einer Zeit nach Cheops‘ Regentschaft stamme. Woher genau, konnte er allerdings auch nicht sagen. Eventuell wurde sie erst im Mittleren Reich angebracht, als der Schreibstil in Mode kam, in dem die Kartusche ausgeführt ist.


Die deutsche Botschaft in Kairo hat das Vorgehen der selbsternannten „Experimentalarchäologen“ verurteilt und betont, dass diese in keiner Weise mit der Arbeit des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) zu tun haben und auch sonst zu keiner offiziellen deutschen Mission in Ägypten gehören.

Quelle: Ahram Online

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