Weiter Wirbel um illegale Proben aus der Cheops-Pyramide

Zwei Pyramiden von Gizeh Nach der illegalen Probenentnahme aus dem Inneren der Cheops-Pyramide (wir berichteten mehrfach), herrscht zur Zeit ein Verwirrung, ob die Ergebnisse der Proben nun da sind oder nicht. Während die ägyptische Presse von Ergebnissen berichtet, dass die Pyramide älter ist als angenommen (um in gleichem Atemzug das Ergebnis der „Amateure“ Görlitz und Erdmann anzuzweifeln) berichtet die Bild, dass das Fresenius Institut Dresden die Untersuchung auf Eis gelegt hat.

So berichtete die Bild diese Woche, dass das Fresenius Institut um seinen guten Ruf fürchtet und die Untersuchung erst mal aufs Eis gelegt hat. Die Proben stehen nun der ägyptischen Regierung bzw. den Staatsanwälten zur Verfügung, so Fresenius-Sprecher Torsten Laub. Das Institut berichtet von insgesamt 100 Milligramm verfärbten und nicht verfärbten Gesteinsproben, die zur Untersuchung abgegeben worden sind.

Ahram Online berichtete wiederum, dass die Ergebnisse den Pyramidenbau vor Cheops‘ Regierung belegen sollen. Und dass sie keine Begräbnisstätte sondern ein „Ort der Macht“ war, was immer das auch heißen mag. Der Autor Stefan Erdmann vertritt in einem seiner Bücher die These, dass die Pyramide einst eine riesige Wasserpumpe war, die das Klima in Ägypten vor 40 000 Jahren geändert hatte.


Mohamed Abdel Maqsoud, Leiter der Ägyptischen Abteilung, listet in dem Ahram Online Artikel die vielen Belege der letzten zwei Jahrhunderte auf, die den Schluss nahe legen, dass die Pyramide zu König Cheops gehörte und dass sie sehr wohl als Begräbnisstätte genutzt wurde.

Maqsoud zählt in dem Ahram Online Artikel einige Hinweise auf, warum die Pyramide eindeutig König Cheops zuzuordnen ist. Den wichtigsten Beweis lieferte der französische Archäologe Pierre Tallet (siehe „40 Papyri und Hafen aus der Zeit Cheops‘ gefunden„): Er fand 2013 in der Wadi al-Jarf Region am Roten Meer mehrere Papyri aus der Zeit Cheops, auf denen die Anzahl der Arbeiter, Handwerker und Boote aufgelistet werden, die zum Transport der Pyramidenblöcke zum Gizeh-Plateau genutzt wurden. Laut den Auswertungen der französischen Mission waren die Papyri die Tagebücher eines Ingenieurs, der am Bau der Pyramide beteiligt war. Auch in der westlichen Wüste, in der Nähe der Dachla Oase, befinden sich Inschriften, dass Cheops und sein Nachfolger Djedefre dort Farbpigmente und Oxyde für die Dekoration des Pyramideninneren importierten.

Das beweist zwar so ziemlich, dass die Pyramide von Cheops erbaut wurde aber ob die Inschrift mit dem Namen Cheops wirklich aus der Zeit stammt, ist nicht gesichert. Weil nur der Kurzname ohne offiziellen Titel geschrieben steht, könnte es durchaus sein, dass sie erst im Mittleren Reich von Arbeitern angebracht wurde, so Ahmed Saeed, Professor an der Kairoer Universität.

Wenn antike Besucher nicht die Kurzschreibung von Pharaonennamen in die Wände von Monumenten geschrieben hätten, wüsste man heute nicht mehr die Kurznamen von Pharaonen wie Djoser. Nur ein Graffiti aus dem Neuen Reich enthüllte, dass König Nesri-Khet Pharao Djoser ist.

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