Der Hibis-Tempel im Jahr 2010. Im Vordergrund gut zu sehen ist der erhöhte Grundwasserspiegel durch die Bewässerung der angrenzenden Felder.
von Institute for the Study of the Ancient World (Hibis, Temple (IV)) [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Hibis Tempel in der Charga Oase kann ab November wieder besichtigt werden*

Der Antikenminister Mamdouh el-Damaty kündigte die Wiedereröffnung des 2500 Jahre alten Hibis-Tempel in der Charga Oase an.* Die dritte und letzte Phase des Restaurationsprojektes, das Ägypten 71 Millionen LE (knapp 800 000€) gekostet hat, ist mittlerweile abgeschlossen. Restaurationsarbeiten waren dringend notwendig geworden als der Grundwasserspiegel durch die Bewässerung der naheliegenden Felder stetig anstieg. Der Hibis-Tempel ist der am besten erhaltenste Tempel in der westlichen Wüste.

Zahi Hawass sprach ein Machtwort

Ursprünglich sollte der Tempel sogar abgetragen und an einem 2km weiter entfernten, höheren Gelände wieder aufgebaut werden. Doch als Zahi Hawass Leiter der ägyptischen Altertümerverwaltung wurde, legte er dieses Projekt auf Eis. Die Reliefs und Steinblöcke seien durch schlechte Restaurationsarbeiten zu fragil, so seine Meinung damals. Daher fanden ab dem Jahr 2000 die Arbeiten an Ort und Stelle statt.


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Damit der Tempel auch in Zukunft nicht mehr durch steigendes Grundwasser bedroht wird, kaufte die Altertümerverwaltung den Bauern das ganze Land um den Tempel herum ab. Außerdem wurde ein Drainagesystem installiert, um das Grundwasser auf niedrigem Niveau zu halten. Den Tempel an Ort und Stelle zu belassen, sei einer seiner besten Entscheidungen als Generalsekretär der Altertümerverwaltung gewesen, so Zahi Hawass heute.

Eigentlich ist der Hibis-Tempel schon im Jahr 2012 feierlich eröffnet werden, doch lagen zu dem Zeitpunkt angeblich noch keine Eintrittskarten vor.

Der Hibis Tempel

Der Tempel, in denen man die Götter Amun, Herr von Hibis, Mut und Chons verehrte, wurde vermutlich in der 26. Dynastie erbaut. Die meisten Spuren stammen von dem persischen König Dareios I. aus der 27. Dynastie (ca. 525 v. Chr.). Die Archäologen fanden auch Belege aus der christlichen und islamischen Epoche. Muslimische Pilger nutzten vermutlich den Tempel auf ihrem Weg nach Mekka, sagte der frühere Generalsektretär der ägyptischen Altertümerverwaltung Abdel Halem Nour el-Din in der Cairo Post.

Touren durch westliche Wüste zur Zeit nicht möglich

Ab November also soll es einen neuen Touristenmagnet in der libyschen Wüste geben, der dann auch hoffentlich gefahrlos besucht werden kann. Vom 06. – 21. Oktober, während der Ferien, sind wegen Sicherheitsbedenken die Reiseagenturen dazu angehalten worden, keine Touren durch die westliche Wüste zu organisieren. Zumindest die Weiße Wüste fällt darunter. Ob die Oase Charga auch explizit dazugehört steht nicht in dem Artikel der Aswat Masria. Falls jemand etwas dazu sagen kann, freue ich mich über Kommentare.

*Nachtrag: Eine Leserin auf facebook teilte mir mit, dass sie den Hibis-Tempel schon im März 2014 mit einer offiziellen Eintrittskarte besichtigt hat. Warum der Antikenminister dann diese Ankündigung gemacht hat oder ob der Artikel in der Cairo Post falsch wiedergegeben wurde, kann ich leider nicht sagen.

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