Im Hintergrund Unas' Pyramide

Kampf um Touristen – Antikenminister erläutert Maßnahmen

Seit der Revolution von 2011 sind die Einnahmen aus dem Tourismus um mehr als 80% zurückgegangen. Erwirtschaftete das Antikenministerium 2010 noch knapp 1,3 Milliarden Ägyptische Pfund (130 Mio. Euro), so sind es jetzt nur noch 230 Millionen Pfund (23 Mio. Euro) jährlich. Antikenminister El-Enany erklärte nun in einem Interview, mit welchen Strategien man versucht, die eigenen Ressourcen zu vergrößern.

Zwei vordringliche Maßnahmen, die auf dem nächsten Treffen des Supreme Councils besprochen werden sollen, sind die Platzierung von Werbung auf den Tickets der archäologischen Stätten und das Angebot von Ticket-Paketen für die Touristen. Diese Pakete wären dann für mehrere Tage gültig und sollen die Touristen ermutigen, mehr Stätten zu besuchen. Denn erstens erhielten sie die Tickets im Paket etwas günstiger, und zweitens würden sie Zeit sparen, weil sie sich nicht für jede Stätte erst vorher ein einzelnes Ticket kaufen müssten.


Das Problem mit der Sicherheit

Im Interview mit der Daily News Egypt gab Minister El-Enany zu, dass die ausbleibenden Touristen hauptsächlich in der gefühlten, mangelnden Sicherheitslage begründet seien. Man habe aber einige Maßnahmen ergriffen, um dies zu ändern. So seien viele Museen und Monumente, die in der Zeit nach der Revolution aus Sicherheitsgründen schließen mussten, nun wieder geöffnet worden. Auch die Erweiterung der Öffnungszeiten des Ägyptischen Museums am Tahrir-Platz in die Abendstunden sollte zeigen, dass ein Besuch dieses Viertels von Kairo auch bei Nacht absolut sicher sei.

Neu- und Wiedereröffnungen

Daneben habe man attraktive archäologische Stätten neu für Touristen geöffnet, wie den Pyramidenkomplex des Unas in Sakkara oder das Grab der Nefertari in Luxor, das nun für 1000 LE (100 Euro) besichtigt werden könne.

Demnächst soll auch das Museum für Islamische Kunst wiedereröffnet werden, das im Januar 2014 bei einem Bombenangriff beschädigt worden war. Und auch das im August 2014 beraubte Museum von Malawi könne im nächsten Monat wieder besucht werden, nachdem man 930 der 1000 gestohlenen Objekte habe wiederbeschaffen können.

Auch beim Bau des Grand Egyptian Museum (GEM) sei man dem Zeitplan voraus und könne den ersten Teil wohl schon Mitte 2017 statt erst 2018 in Betrieb nehmen.

Internationale Hilfe

Das alte Ägyptische Museum in Kairo soll aufgearbeitet werden. Neben dem neuen Lichtsystem, das derzeit installiert werde, sollen die Stücke zukünftig mehr Platz haben und mit besseren Informationstafeln ausgestattet werden. Daneben soll die Belüftung verbessert werden und die Waschräume würden renoviert. Die dafür erforderlichen 10 Mio Euro werden hauptsächlich vom deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie von der Europäischen Union finanziert.

Auch andere Länder helfen dem Antikenministerium bei seinen kostspieligen Vorhaben. So gab Japan 275.000 Euro für die Al-Qasr City in der Dachla Oase, Italien 400.000 Euro für den Wiederaufbau des Malawi-Museums. Und die Vereinigten Arabischen Emirate beteiligten sich mit 5 Mio Euro an der Renovierung des Museums für Islamische Kunst.

Das komplette Interview könnt ihr bei der Daily News Egypt nachlesen

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2 Kommentar(e)

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  • promachus

    Wenn doch endlich das Gerüst bei der Djoser Pyramide weg wäre….Weiss da wer einen Zeitplan?

  • Anne Hesmer

    Vielleicht kommt das auch noch. Ich hab zwar keinen Zeitplan aber denke mal dass sie auch an das Gerüst denken werden . Scheint ja viel los zu sein in Sachen Renovierung und Sanierung. Tut dem Land auch gut. War allerhöchste Zeit dass da was passiert. Ich hoffe mal dass noch von den fehlenden gestohlenen Sachen was zurück kommt.

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