Spießrutenlauf an den Pyramiden soll ein Ende haben

Geht es nach dem Antikenminister Mohamed Ibrahim, soll der Spießrutenlauf für Touristen an den Pyramiden von Gizeh ein baldiges Ende haben. Straßenverkäufer und nicht zugelassene Touristenführer sollen von dem Areal verschwinden, wofür eine verstärkte Präsenz der Tourismuspolizei sorgen soll. Er forderte das Innenministerium zudem dazu auf, mehr Überwachungskameras zu installieren, die sowohl die Magazine als auch die Ein- und Ausgänge bewachen sollen.

Von sexueller Belästigung bis Kaufzwang

Der freiberufliche Tourguide Hamed Moustafa bemängelte gegenüber The Cairo Post, dass die meisten historischen Stätten, insbesondere das Pyramidenplateau, seit der 25. Januar Revolution aufgrund fehlender Sicherheit stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Er bestätigte auch die Eindrücke vieler Touristen, die die Pyramiden in letzter Zeit besucht haben: „Händler, die den Touristen versuchen Postkarten und Souvenirs zu verkaufen, werden zu ihren Kunden von Tag zu Tag aggressiver“. Entweder komme es zu sexuellen Belästigungen oder die Touristen werden zu einem Kauf gezwungen, so Moustafa weiter.

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Die kanadische Reiseveranstalterin Donna Huget, die seit der Revolution keine Touren mehr nach Ägypten anbietet, berichtet von ihren Erfahrungen: Die Händler in allen archäolgischen Stätten seien freundlich und höflich, mit Ausnahme von denen, die bei den Pyramiden arbeiten. Ihre Gäste würden verstehen, dass die Händler hart arbeiten, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Aber manche Händler an den Pyramiden von Gizeh scheinen dabei sehr hartnäckig und aggressiv vorzugehen, so Huget, die anschließend ihren Dank für die Bemühungen der Touristenpolizei zum Ausdruck bringt.
Ihre Touren nach Ägypten liegen seit drei Jahren auf Eis aber sie sei zuversichtlich, dass sie diese wieder aufnehmen werde, wenn sich die Sicherheit in dem Land weiter verbessern würde.

Verbesserte Infrastruktur

Nicht nur für die Sicherheit am Pyramidenplateau soll etwas getan werden, sondern auch die Infrastruktur soll sich dort mit asphaltierten Wegen verbessern und der Zustand der Straßen innerhalb des Pyramidenplateaus überprüft werden. Der Weg von der Großen Pyramide zu der dritten Pyramide sei in einem erbärmlichen Zustand, seitdem das Entwicklungsprogramm, 2011 initiiert vom damaligen Antikenminister Zahi Hawass, gestoppt worden ist, so der Tourbusfahrer Mahmoud Fares zu The Cairo Post

Ibrahim beauftragte ebenfalls die Aufstellung von Hinweistafeln, die an der Sphinx weitere Informationen über ihren historischen Hintergrund und den des angrenzenden Taltempels von Pharao Chephren geben sollen.

Prekäre Situation an den Pyramiden schon seit vielen Jahren

Die Situation für Besucher der Pyramiden ist eigentlich schon seit vielen Jahren geprägt von aufdringlichen Händern, die weder ein „Nein“ noch Ignorieren akzeptieren können. Schon  Zahi Hawass wollte das Plateau eigentlich für die fliegenden Händler schließen aber durchsetzen konnte selbst er sich nicht.  Die Lage spitzte sich sogar so weit zu, dass die amerikanische Botschaft vor ziemlich genau einem Jahr eine Art Reisewarnung für einen Besuch an den Pyramiden herausgab. Getan hat sich seitdem anscheinend nicht viel. Es bleibt zu hoffen, dass sich mit einer verstärkten Präsenz der Tourismuspolizei die Lage dort verbessern  und ein entspannter Besuch an den Pyramiden nichts mehr im Wege stehen wird.

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  • Michael Speck

    Kann ich nur bestätigen.
    War 12 mit meiner 84-jährigen Mutter dort (ich selbst nicht das erste Mal). Selbst auf die „Alte Dame“ wurde seitens der Händler keine Rücksicht genommen. Eine vernünftige (ruhige) Besichtung war nicht möglich. Wir mussten Abbrechen. Etwas besser war es beim Sphinx…

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