Blog

Wochenrückblick – GEM Eröffnung erst 2023, Selket an Flughäfen, Paraden und mehr Besucherservice

In unserem Wochenrückblick gibt es viele gute und eine schlechte Nachricht. Fangen wir mit der schlechten an: Das GEM soll nun doch erst 2023 öffnen…. Dafür sind einige spektakuläre Entdeckungen für September angekündigt, eine jährliche Parade an der Sphingen-Allee soll mehr Touristen anlocken, die Göttin Selket empfängt die Besucher mit offenen Armen und Ägypten macht Sehenswürdigkeiten in Assuan attraktiver, digitaler und nachhaltiger.

Eröffnung des Grand Egyptian Museum erst 2023

Spätestens als die für das GEM groß angekündigte Tutanchamun-Oper dann doch für November in Luxor angekündigt wurde (wir berichteten), haben wir schon befürchtet, dass aus der Eröffnung zum Wunschtermin am 04.11.2022, wenn sich Tutanchamuns Grabentdeckung zum hundertsten Mal jährt, nix wird. Dabei sah alles so gut aus, Tutanchamuns Grabbeigaben sind größtenteils schon im GEM und die Fertigstellung des Mega-Museums wurde für September angekündigt. Nun soll es also dieses Jahr doch nichts werden – zumindest wenn man Zahi Hawass Glauben schenken darf. Dieser hielt am 11. und 12. Juli in Berlin und München einen Vortrag. Wie uns eine Leserin mitteilte, wurde bei der Fragerunde in München auch nach der Eröffnung des GEMs gefragt, woraufhin er schwammig „nicht mehr in diesem Jahr“ antwortete. Zu schade… Als kleines Trostpflaster hat Hawass immerhin einige spektakuläre Funde für September angekündigt… Und auch die Suche nach Nofretetes Grab im Tal der Könige und nach Imhoteps Grab in Sakkara geht in die nächste Ausgrabungssaison.

Jährliche Parade an der Sphingen-Allee

Also aus der Eröffnung des GEMs in diesem Jahr wird wahrscheinlich nichts. Vielleicht wird am 04.11. dann die Totenmaske Tutanchamuns mit einer Parade ins GEM überführt, wie man nach der mehr als erfolgreichen Mumien-Parade im letzten Jahr ankündigte. Wer weiß…, aber zumindest eine jährliche Parade an der Sphingen-Allee soll in trockenen Tüchern sein.

Wie das Antiken- und Tourismusministerium in den letzten Tagen stolz berichtete, soll nach den im Jahr 2021 stattgefundenen Paraden „Pharaohs‘ Golden Parade“ und der Parade an der Sphingen-Allee in Luxor die Suchanfragen nach Ägypten-Reisen bei google um 15% angestiegen sein – wohlgemerkt im Vergleich zu den Suchanfragen vor der Pandemie. Ein Wert, der sich durchaus sehen lassen kann. Also soll es wie bereits angekündigt eine jährliche Parade an der Sphingen-Allee in Luxor geben. In Zukunft will man es aber besser machen und die Paraden rechtzeitig ankündigen, um den Touristen mehr Planungssicherheit zu geben. Sehr löblich, denn das Datum der ersten Parade wurde quasi auf dem letzten Drücker angekündigt. Mal sehen, was die Planer so unter „rechtzeitig“ verstehen 😉 Ein weiterer Kritikpunkt der letzten Parade war, dass bis kurz vorher wusste niemand, ob man als normalsterblicher Einwohner oder Tourist dem Ganzen überhaupt beiwohnen kann. Das wird erfreulicherweise in Zukunft möglich sein.

Selket begrüßt die Reisenden an Flughäfen

Die Göttin Selket ist eine der schönsten und berühmtesten Statuen aus dem Grab Tutanchamuns. Nicht ohne Grund, habe ich auch meine Internetseite nach ihr benannt 😉 Umso mehr haben wir uns darüber gefreut, dass die Göttin nun mit ausgebreiteten Armen, Reisende an den unterschiedlichsten Flughäfen Ägyptens begrüßt.

Insgesamt sieben Selket-Statuen sollen zukünftig an den wichtigsten Flughäfen Ägyptens stehen. Drei stehen schon an den den Ankunftshallen der Terminals 1, 2 und 3 des internationalen Flughafens von Kairo (siehe Bild oben). Die restlichen Statuen werden auf den Flughäfen von Sharm El-Sheikh, Hurghada, Luxor und Assuan aufgestellt.

Die Herstellung einer Statue und des Sockels hat etwa einen Monat gedauert. Ägypten hat sich nicht lumpen lassen und die Göttin aus vergoldetem Fiberglas angefertigt. Der Sockel besteht aus schwarzen Marmor. Mit ihren insgesamt vier Metern Höhe (drei Meter die Statue, ein Meter der Sockel), überragt sie die Reisenden und empfängt sie mit offenen Armen in Ägypten. Eine schöne Idee!

Mehr Besucherservice in Assuan und Umgebung

Insbesondere wer in Ägypten individuell unterwegs ist, muss sich vorher gut informieren. Wie sind die Öffnungszeiten, was gibt es wo zu sehen, wie teuer sind die Tickets, um nur einige Fragen zu nennen, die man sich mühsam selbst im Internet herausfischen muss.

Foto: Antiken- und Tourismusministerium Ägypten
Foto: Antiken- und Tourismusministerium Ägypten

Das Antiken- und Tourismusministerium hat nun ein „Mega-Projekt“ gestartet, um den Besucherservice in allen Stätten und Museen des Landes zu verbessern. Den Anfang macht Assuan und Umgebung. Es wurden Straßenschilder aufgestellt, die die Besucher zu den einzelnen Stätten leiten, Karten mit markierten Sehenswürdigkeiten angebracht und die Tickethäuschen mit einheitlichen Besucherordnungen, Öffnungszeiten und Ticketpreisen sowie mit einer Rufnummer für Beschwerden und Anregungen ausgestattet. Die Beleuchtung wurde an einigen Stätten wie Abu Simbel verbessert und Hinweistafeln erhalten Informationen zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten in englisch, arabisch und in Blindenschrift. Mit Hilfe eines QR-Codes gelangt man zu einer Webseite mit weiterführenden Informationen zu den einzelnen Stätten, die barrierefrei erreichbar sein sollen. Schattige Sitzgelegenheiten sollen den Besuchern Zeit zum Durchatmen geben und die Stätten werden durch Abfallkörbe mit Mülltrennung (hoffentlich) sauber gehalten. Auch einige Toiletten wurden erfreulicherweise modernisiert.

Aufgewertet wurden bisher die Tempel von Edfu, Philae, Kom Ombo, Kalabsha, der Isis-Tempel auf Philae, Amada und Wadi es-Sebua sowie das Gebiet von Gebel el-Silsila, die Insel Sehel, der unvollendete Obelisk, das Krokodil- und Nubien-Museen und Abu Simbel. Das Besucherzentrum von letzterem wurde so ausgebaut, dass es nun geräumiger ist und den Besuchern viele Informationen zu der Entstehung und der Rettung der Tempel präsentiert.

Bis 2030 sollen alle archäologischen Sehenswürdigkeiten für die Touristen attraktiver und nachhaltiger gestaltet werden.

3 Gedanken zu „Wochenrückblick – GEM Eröffnung erst 2023, Selket an Flughäfen, Paraden und mehr Besucherservice“

  1. Hallo, Ägypten-FreundInnen,

    das ist ja Alles gut gemeint und löblich, allein mir fehlt der Glaube, dass dadurch auch nur ein Tourist mehr nach Ägypten reisen wird.

    Das Hauptproblem ist und bleibt doch, dass die vor CORONA fast ganzjährig bezahlbaren Direktflüge von D nach Luxor bis dato immer noch nicht wieder aufgenommen wurden, die sich jahrelang aus der Kombination 1 Woche-Nil- Kreuzfahrt + 1 Woche Badeurlaub Hurghada ergeben hatten.

    Die Jets waren durch diese Pauschaltouris selten so voll, so dass man / frau als Individualtourist nicht gut mitfliegen konnten, um dann auf schnellstem und bequemsten Wege bezahlbar nach Luxor und zur Westbank zu gelangen.

    Meiner Meinung nach wird sich das dort erst wieder beleben, wenn eben durch diese 1+1 Kombi-Touris plus die Individualreisenden mit Direktziel Luxor/Westbank diese Flugverbindungen von München, Leipzig, Frankfurt und Düsseldorf wieder aufgenommen werden.

    Die Alternativrouten über Kairo plus Zug oder Hurghada plus Wüstentaxi kosten doch einfach viel zu viel Zeit, so dass sich auch Wochentrips wie früher einfach nicht lohnen….und auch deutlich strapaziöser sind, ganz abgesehen von den deutlich höheren Kosten.

    Da sollte meiner Meinung nach der Staat Ägypten ansetzen und nicht bei Schildern und sortenreiner Abfalltrennung….

    Alles Gute, Michael

  2. Hallo Michael,
    Ich gebe dir vollkommen recht. Mich nervt das schon seit Jahren, dass es keine Direktflüge mehr nach Luxor gibt. Aber letztendlich haben die Fluggesellschaften dort das letzte Wort, also Ägypten wird zumindest auf allen ausländischen Linien kaum Einfluss nehmen können. Neben Air Cairo soll mit Sphinx Air nun ein weiterer ägyptischer Billigflieger kommen. Vielleicht gibt es dann auch wieder Direktflüge nach Luxor. Man kann es nur hoffen…

Schreibe einen Kommentar

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Zustimmung zur Datenspeicherung lt. DSGVO