2017 gefundene Spitze eines Obelisken in Sakkara. Foto: Antikenministerium

Obelisk aus dem Alten Reich in Sakkara gefunden

Die in Sakkara grabende Mission der Universität Genf stieß auf den oberen Teil eines Obelisken aus Granit, der einmal zum Grabkomplex der Königin Anchenespepi II. aus der 6. Dynastie gehört haben soll. Mit 2,50 m ist dies das größte je gefundene Fragment eines Obelisken aus dem Alten Reich. Der gesamte Obelisk soll nach Meinung der Forscher sogar 5m hoch gewesen sein.

Prof. Philippe Collombert erklärt den Fund. Foto: Antikenministerium

Laut Philippe Collombert, dem Leiter der französisch-schweizerischen Delegation, die schon seit Jahrzehnten in Sakkara gräbt, verraten zwei Einkerbungen an der spitze, dass diese ursprünglich wohl mit einem Metallblech beschlagen war. Vermutlich hat es sich dabei um Kupfer- oder Goldblech gehandelt, das dazu da war, die Spitze des Obelisken in der Sonne funkeln zu lassen.


An einer Seite ist der Beginn einer Inschrift zu sehen, die vermutlich den Namen und die Titel der Grabinhaberin Anchenespepi II. enthielt. Ursprünglich stand der Obelisk wohl am Eingang zum Grabkomplex der Königin, auch wenn der obere Teil jetzt in einiger Entfernung dazu gefunden wurde. Vermutlich wurde er beiseite geschafft, als im Neuen Reich die Nekropole als Steinbruch für neue Bauprojekte diente.

Anchenespepi II. war die Ehefrau des Pharaos Pepi I. Als dieser starb, heiratete sie seinen Sohn Merenre, den der Pharao mit ihrer Schwester hatte. Es ist nicht ganz klar, aus welcher dieser beiden Ehen der Sohn Pepi II. hervorging, in jedem Fall aber war Anchenespepi II. seine Mutter. Und da nach Merenres frühem Tod Pepi II. bereits im Alter von 6 Jahren Thronfolger wurde, übte sie zunächst auch für ihn die Regentschaft aus. Vielleicht ist das der Grund, warum sie eine so große Pyramide in der Nekropole des Alten Reichs hatte und die erste Königin war, die in ihrer Pyramide auch die sogenannten Pyramidetexte verewigte.

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