Die beeindruckende Größe der Pyramiden kann man wohl nur durch einen Besuch vor Ort wirklich erfahren

Geheimnis der Pyramiden gelöst? Eher nicht…

In den letzten Tagen gingen sensationell betitelte Meldungen durch die ägyptische und internationale Presse, nach denen das Geheimnis des Baus der Pyramiden durch neueste Forschungen endlich gelüftet worden sei. Leider stimmt das so nicht ganz und Zahi Hawass kritisierte als einer der Ersten, dass es sich hier eigentlich nur um bereits bekannte Fakten handelt, die in einer neuen Dokumentation des britischen Senders „Channel 4“ zu sehen sind.


Diese ca. 45 minütige Dokumentation berichtet über die Forschungsergebnisse, die verschiedene Wissenschaftler in den letzten Monaten und Jahren zum Bau der Großen Pyramide des Cheops zusammengetragen haben. Sie belegen die große logistische Leistung, die für den Bau eines solch gewaltigen Projekts vonnöten war.

Merers Logbuch – Ägyptens ältester Papyrus

Eine der wichtigsten Entdeckungen der letzten Zeit waren die ältesten je gefundenen Papyri, die eine Art Logbuch eines Vorarbeiters namens Merer enthalten. Merers Aufzeichnungen beschreiben, wie er mit seiner Truppe von 40 Mann die Kalksteinblöcke für die Außenverkleidung der Cheops-Pyramide vom Steinbruch in Tura nach Gizeh fuhr. Die z.T. noch gut erhaltenen Papyrusrollen hatte man 2012 in Wadi el-Jarf am Roten Meer gefunden.


Ähnlich wie die Granitblöcke, die den Korpus der Pyramide bilden und die aus dem 500 km entfernten Assuan per Schiff herangeschafft wurden, so segelte Merer mit seiner Mannschaft die weißen Kalksteinblöcke für die Außenverkleidung zum Gizeh-Plateau. Die Tatsache, dass die Blöcke per Schiff nach Gizeh gebracht wurden, ist allerdings seit langem bekannt. Merers Logbuch lieferte nur neue Details über Zahlen und Orte.

Beinahe industrielle Verhältnisse

Aber nicht nur der Transport der schweren Blöcke war eine logistische Meisterleistung: Für das Löschen der Frachtschiffe möglichst dicht an der Baustelle mussten Kanäle und ein Hafen in unmittelbarer Nähe der Pyramiden gebaut werden. Tausende von Arbeitern mussten an der Baustelle versorgt, verpflegt und untergebracht werden. So muss eine riesige Stadt direkt auf dem Gizeh-Plateau entstanden sein, mit Arbeiterunterkünften und allem, was zur Versorgung nötig war. Allein die Nahrungsmittelproduktion muss beinahe industrielle Ausmaße gehabt haben. Forscher suchen seit Jahren nach Überresten dieser gewaltigen Stadt.

Nicht neu, aber gut gemacht

Keine der Entdeckungen aus der neuen Dokumentation ist neu – über die meisten haben wir bereits berichtet, wenn sie von den verschiedenen Forschern vorgestellt wurden – aber das Nachstellen der altägyptischen Handwerkskunst ist ebenso interessant, wie die Computeranimationen sehenswert sind. Und Wissenschaftler wie Marc Lehner, Salima Ikram oder Pierre Tallet, die über ihre Forschungen sprechen, bürgen für Qualität.

Wer einigermaßen Englisch versteht, sollte sich die gut 45-minütige Doku ansehen. Alle Anderen müssen darauf warten, bis sie in deutscher Sprache auf Arte oder im ZDF kommt…

Das könnte Dich auch interessieren

3 Kommentar(e)

Einen Kommentar schreiben

Kommentar schreibenBitte sei höflich. Wir wissen das zu schätzen

Dein Kommentar