Zwei Anubis-Schakale aus dem Grab des Sennedjem

Sakkaras Hundenekropole umfasste einmal 8 Mio. Tiermumien

In Sakkara befinden sich eine Reihe von Friedhöfen für Tiere, die im alten Ägypten verehrt wurden, wie Ibisse, Falken, Paviane, Stiere und andere mehr, darunter auch Hunde und Katzen. Neuere Untersuchungen des Hundefriedhofs haben ergeben, dass dort einmal ca. 8 Millionen mumifizierte Tiere begraben wurden. Die meisten dieser Mumien sind inzwischen zerfallen oder wurden Opfer der Zerstörung durch Grabräuber. Einige wurden von Bauern im Laufe der Zeit auch als Dünger verwendet. Doch in den weitläufigen Gängen der Hundenekropole finden sich auch noch intakte Mumien.

Der schakalköpfige Totengott Anubis

Die Katakomben der Hundenekropole von Sakkara wurden vermutlich im 4. Jh. v.Chr. in der Nähe des Anubis-Tempels angelegt. Dieser Tempelkomplex, auch Anubieion genannt, liegt östlich der Teti-Pyramide. Anubis, der ägyptische Totengott, wurde meist als liegender Schakal oder als Mensch mit Schakalkopf dargestellt, weshalb alle hundeähnlichen Tiere mit diesem Gott in Verbindung gebracht werden. So ist es nicht verwunderlich, dass in den Katakomben auch ein kleiner Teil, etwa 8% der gefundenen Überreste, nicht von Hunden sondern von Schakalen, Füchsen, Mangusten und sogar Katzen und Falken stammen.


Die Katakomben zur Hundebestattung liegen nördlich der Pyramide des Teti. Sie wurden vermutlich im 19. Jh. entdeckt und erstmals 1897 vom französischen Ägyptologen Jacques De Morgan publiziert, auf den auch der erste Lageplan der Katakomben zurückgeht. Sie bestehen aus einem 173m langen zentralen Gang, von dem etwa 50 Quergänge abgehen, die bis zu 140m lang sein können.

Meeresfossil in der Decke

Das Gestein, in das man die Schächte trieb, stammt aus der erdgeschichtlichen Zeit des Eozäns (vor ca. 50 Mio Jahren). In der Decke eines der Gänge fand man die fossilen Überreste eines Wirbeltieres, das zu dieser Zeit im Meer lebte, und den heutigen Seekühen ähnelte. Ob die altägyptischen Steinmetze sich dieses Fundes bewusst waren und es deshalb in der Decke sichtbar beließen, oder ob dies Zufall ist, weiß man noch nicht.

Tierkulte als Wirtschaftszweig

Paul Nicholson von der Cardiff University ist sich sicher, dass in der Spätzeit des alten Ägypten die Tierkulte in Sakkara ein großer Wirtschaftszweig waren. Tausende von Ägyptern pilgerten dorthin, um ihrem Lieblingsgott ein Opfer zu bringen. Opfertiere wurden daher in großer Zahl benötigt und sicherlich extra für diesen Zweck gezüchtet. So finden sich auf den dortigen Tierfriedhöfen viele ganz junge Tiere. Die Hundewelpen weisen dabei keine tödlichen Verletzungen auf, wie man sie z.B. bei den Katzen fand, die gebrochene Hälse und zertrümmerte Schädel hatten. Die Forscher vermuten daher, dass die jungen Welpen ihren Müttern weggenommen wurden und dann einfach verhungerten.

Die Tierkulte erreichten ihren Höhepunkt zwischen 747 und 30 v.Chr., meinen die Forscher. In dieser Zeit wurde Ägypten zunehmend von fremden Einflüssen, z.B. durch die Griechen und Römer, beherrscht. Die Tierkulte waren aber typisch ägyptisch – vielleicht wollten die alten Ägypter dadurch ihre eigene Identität zeigen und sich von den Fremden absetzen.

Bilder und bessere Lagepläne der Hunde-Nekropole findet ihr bei der Live Science.
Schon 2013 wurde die Anzahl von 8 Millionen Hundemumien veröffentlicht

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