Ausschnitt aus einem beschriebenen Papyrus
Papyrus, via Wikimedia Commons, Lizenz: public domain

Die ältesten je entdeckten Papyri – was steht drin?

Noch immer gibt es Verschwörungstheorien darüber, dass die Pyramiden in Wahrheit nicht von Menschen sondern von Aliens erbaut wurden. Dabei gibt es inzwischen handfeste Beweise für den Bau durch die alten Ägypter. Ein solcher Beweis für den Bau der Cheops-Pyramide wurde 2012 ausgerechnet am Roten Meer gefunden. Obwohl die wissenschaftliche Auswertung der dort gefundenen Papyri noch nicht veröffentlicht ist, sickerte schon manches über ihren Inhalt durch.

In Wadi el-Jarf, an der ägyptischen Küste des Roten Meeres, fand man 2012 nicht nur Überreste eines antiken Hafens sondern auch Fragmente von Papyri aus der Regierungszeit des Pharaos Cheops. Wie man inzwischen herausfand, können etwas mehr als 100 dieser Fragmente zusammengesetzt werden zu einer Art Tagebuch oder Logbuch, die ein gewisser Merer geführt hat.


Logbuch über Kalksteintransport

Wie Margaret Maitland, Doktorandin an der Uni Oxford und Kuratorin des National Museum of Scotland, in ihrem Blog The Eloquent Peasant* schreibt, war Merer Aufseher über eine Mannschaft von 200 Mann. Seine täglichen Aufzeichnungen berichten vom Transport der feinen, hellen Kalksteinblöcke, die für die äußere Hülle der Großen Pyramide verwendet wurden. Diese Blöcke stammten aus den Steinbrüchen von Tura und man brauchte etwa 4 Tage, um sie über den Nil und eigens angelegte Kanäle zur Baustelle der Pyramide zu bringen, die damals den Namen „Horizont des Khufu“ trug (Khufu ist der altägyptische Name des Pharaos, den wir in Deutschland Cheops nennen). Das Logbuch dokumentiert die Tätigkeiten von Merers 200-Mann-Team über einen Zeitraum von etwa drei Monaten.

Büste des Ankh-haf, Museum of Fine Arts Boston

Büste des Ankh-haf, Museum of Fine Arts Boston, Foto: Keith Schengili-Roberts, Lizenz: CC-BY-SA-2.5

Im Logbuch wird auch von einem Verwaltungszentrum namens Ro-She-Khufu gesprochen, das etwa eine Tagesreise vor der Baustelle in Giza stets durchlaufen werden musste. Dieses Zentrum stand unter der Aufsicht des Wesirs Ankh-haf, eines Halbbruders von Cheops. Bisher wusste man über Ankh-haf nur, dass er unter Cheops‘ Nachfolger Chefren (altägyptisch: Khafre) Wesir war und vermutlich dessen Pyramidenbau beaufsichtigt hatte. Durch Merers Logbuch weiß man nun, dass Ankh-haf auch während der letzten Phase des Baus der Großen Pyramide bereits verantwortlicher Wesir war.

Cheops‘ letztes belegtes Regierungsjahr

Dieses Tage- oder Logbuch wurde zusammen mit anderen Verwaltungsbelegen gefunden, die klar der Regierungszeit des Cheops zugeordnet werden können, nämlich dem Jahr nach der 13. Rinderzählung unter Cheops. Da diese Zählungen alle zwei Jahre stattfanden, ist somit das 27. Regierungsjahr dieses Pharaos belegt, das vermutlich das letzte Jahr der Regierung des Cheops war. Das Dokument beweist somit auch, dass Cheops seine Pyramide erst am Ende seiner Regierungszeit fertiggestellt hatte, denn in diesem letzten belegten Regierungsjahr wurden ja noch Blöcke der Außenhülle transportiert.

Jetzt gilt es noch die Frage zu klären, warum diese Aufzeichnungen über Transporte von Kalksteinblöcken auf dem Nil ausgerechnet am Roten Meer gefunden wurden. Vielleicht wurden Merer und seine Mannschaft später von Giza nach Wadi el-Jarf versetzt, um dort am Hafen oder an den Lagerschächten dieses Hafens zu arbeiten, die dort bis zu 34m tief in die Felsklippen getrieben wurden.

Die Auswertung der in Wadi el-Jarf gefundenen Papyri ist noch nicht vollständig veröffentlicht. Sie könnten uns noch weitere Details aus dem Leben der Arbeiter oder der Logistik beim Bau der Großen Pyramide verraten. Zusammen mit den Funden in Heit el-Ghurab, der Arbeiterstadt bei den Pyramiden, die u.a. die hervorragende Verpflegung der Pyramidenarbeiter belegen, ist jedoch zweifelsfrei bewiesen, dass die Pyramiden, das letzte verbliebene Weltwunder der Antike, tatsächlich von Menschen erbaut wurden. Aliens lassen wir denn doch lieber dort, wo sie hingehören: in den unendlichen Weiten des Weltalls oder den diversen Star-Trek-Serien.

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* „The Eloquent Peasant“, im Deutschen „Die Klage des Bauern“ oder „Der redekundige Oasenmann“ genannt, ist ein Stück altägyptischer Literatur aus dem Mittleren Reich, etwa 2000 v.Chr., das noch bis in die Ramessidenzeit des Neuen Reiches in Ägypten bekannt war. Die Geschichte ist auf Papyrusfragmenten überliefert, die im Britischen Museum London liegen.

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11 Kommentar(e)

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  • dagmar

    Faszinierend!

  • Bernd Wilke

    Ich habe noch nie etwas von der Aliens-Theorie gehalten, aber es ist schön dass endlich auch ‚Beweise‘ für die menschliche Arbeit auftauchen. Hoffentlich tauchen auch noch Hinweise auf wie die Steine nach oben geschafft wurden (Hebel?, Seilzüge?, Rampen?…).

  • Lafferthon

    Hier scheint es ein Missverständnis zu geben. Kein ernsthafter Anhänger der Idee der sog. Präastronautik (PA) glaubt, dass Aliens Steine geschleppt hat. Wenn man sagt, dass Eiffel den Eiffelturm gebaut hat, denkt ja auch niemand, dass er selbst vor Ort die Eisenträger herangeschleppt und zusammen genietet hat. Es geht um die Planung, Organisation, Logistik usw. Eventuell auch um die Entwicklung genial einfacher Techniken, die bestimmte Dinge erst möglich gemacht haben und natürlich um die Unterrichtung der „Führungskräfte“. Max. kann man sich vorstellen, dass man z.B. bei der Bewältigung nicht geklärter Transportfragen – sprich den Transport besonders schwerer Lasten – mit fortschrittlicher Technik unterstützend geholfen hat. Nicht aber bei der alltäglichen Drecksarbeit, die hier offensichtlich beschrieben wird. Dieses Papyri beweist daher gar nichts und beantwortet mitnichten die vielen offenen Fragen, die es im Zusammenhang mit den Pyramiden gibt.
    Ich denke daher, dass Ihre Schlussfolgerung etwas voreilig formuliert worden ist.

  • Jolly Thews

    Nach Lage der Fakten denke ich nicht, dass der letzte Satz voreilig ist.
    Hinzu kommt, dass die Entwicklung von den Mastabas über die Stufenpyramide des Djoser, die Knick- und die Rote Pyramide des Snofru bis hin zu den Pyramiden in Giza einen bauplanerischen Lernprozess zeigen, der auch ohne außerirdische Intelligenz absolut nachvollziehbar ist.

  • Lafferthon

    Reines Wunschdenken von Menschen, die vom Bauwesen keine Ahnung haben. Die Archäologen gestehen den Ägyptern vor dem Bau der Djoser eine Vorbereitungszeit von 15 Jahren zu. Der Spiegel hat diese bautechnische Evolution mal wie folgt verglichen: Das wäre so, als würde auf die Erfindung des Feuers gleich die Erfindung der Atombombe folgen. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Zur Ergänzung: In nur 100 Jahren sind angefangen mit der Djoser-Pyramide (Diese ist eindeutig in drei Abschnitten gebaut worden. Zunächst hat man mit einem Bauwerk begonnen, dass noch ziemlich nah an den bekannten Mastabas angelehnt gewesen ist. Allerdings kann man erkennen, dass der weitere Ausbau bereits eingeplant gewesen ist. Hier haben wir eindeutig einen Hinweis auf ein Übungs- und Lehrprojekt.) … in nur 100 Jahren sind 33 (!!!) Pyramiden entstanden, darunter 10 große, so perfekt, dass sie überwiegend – trotz aller Beschädigungen – noch heute stehen. Anschließend haben die Ägypter noch 1000 weitere Jahre versucht Pyramiden zu bauen, haben aber nur noch Schrott produziert, die meisten wurden gar nicht beendet oder sie brachen sehr schnell wieder zusammenbrachen, so dass heute nur noch Schutthaufen übrig sind. Allein das sollte einem zu denken geben.

    In den 100 Jahren sind aber nicht nur die 33 Pyramiden gebaut worden, sondern auch Tempel, die Stadt der Arbeiter (eine der größten Städte der damaligen Zeit), zig Hafen und Hafenanlagen, unzählige Schiffe, Straßen, unterirdische Anlagen in einem noch nicht bekannten Umfang usw. Diese gesamte Bauleistung, bedeutet, dass immer an mehreren Pyramiden und weiteren Bauprojekten gleichzeitig gebaut worden ist, und dass man für das Einsetzen der durchschnittlich 2,5 Tonnen schweren Blöcke pro Block nur Sekunden Zeit gehabt hat und dass man auf den unterschiedlichsten Gebieten tausende von neuen sensationellen Erfindungen in kürzester Zeit entwickeln musste. Das alles kann nicht einmal ansatzweise erklärt werden und ehrliche Archäologen geben das auch zu. Selbst uns heute würde allein schon die Bauleistung größte Schwierigkeiten bereiten, von der Entwicklung völlig neuer Techniken und dem Entwickeln ganzer und völlig neuer Wissenschaften in so kurzer Zeit einmal ganz abgesehen.

    Eine irgendwie nachvollziehbare bautechnische Entwicklung aus denen man ablesen könnte wie man all die benötigten Fähigkeiten entwickeln konnte ist hier nicht einmal ansatzweise zu erkennen.

    Es wußte jemand von Anfang an was getan werden musste und nach 100 Jahren war das Wissen plötzlich wieder verschwunden.

    Daher bleiben ich dabei, dass der oben formulierte Rückschluss voreilig erfolgt ist.

  • Lafferthon

    Um das noch einmal deutlich zu betonen: Es ist nicht eine Pyramide nach der anderen entstanden – dann hätte der von den Ägyptologen angegebene Zeitraum für den Bau dieser Pyramiden viel länger sein müssen – sondern es musste bei der unterstellten Bauzeit von 20 Jahren für eine große Pyramide immer an mehreren Pyramiden (und den diversen anderen Projekten) gleichzeitig gebaut worden sein. Allein das verbietet schon von einer „Entwicklung“ oder einem „bautechnischen Lernprozess“ zu sprechen. Hier gibt es ein Gesamtprojekt, an dem insgesamt 100 Jahre gebaut worden ist und das wir bis heute nicht im geringsten verstehen oder erklären können. Wir wissen nur, dass die Ägypter die technischen Probleme, vor die sie diese Bauten gestellt haben bewältigt haben, wie es ihnen gelang, bleibt aber dagegen bis heute und trotz aller Forschung meistens unklar, So sieht es z.B. auch die Ägyptologin Bettina Schmitz in einem Artikel für die FAZ und hier sprechen wir nur von den technischen Problemen, die Frage, wie die Logistik für dieses Mammutprojekt organisiert worden ist, ist z.B. ebenfalls unbeantwortet. Eine Beschreibung eines Arbeitertrupps, der kleinere Blöcke von A nach B gebracht hat, ändert daran rein gar nichts.

  • Carina Felske

    Achja, diese „in 100 Jahren 33 Pyramiden“-Theorie habe ich doch schon mal hier in den Kommentaren gelesen. Woher stammt das nur immer? Oder ist es derselbe Kommentator mit einem anderen Namen? Die 4. Dynastie ging doch schon alleine 120 Jahre und da wurden 6-7 große Pyramiden (+einige kleine oder unvollendete Pyramiden) gebaut. Der Bau für die Cheops-Pyramide wird allein auf 20-30 Jahre veranschlagt. Kein seriöser Archäologe behauptet dementsprechend, dass die Ägypter nur Sekunden(!) dafür Zeit gehabt hätten, um den Steinblock einer Pyramide zu platzieren (oder stand das vielleicht in dem angegebenen FAZ Artikel? Ich finde den leider nicht)
    Sicher war der Bau der Pyramiden eine Meisterleistung, was zu einigen Fantasien anregt.
    Wenn man mal überlegt, was in den letzten 100-150 Jahren alles geleistet und erforscht wurde (nachdem Forschung und Entwicklung außer einigen Ausnahmen viele Jahrhunderte in einem Dämmerschlaf war)… Vielleicht werden die Menschen in 3000 Jahren auch denken, Aliens hätten uns geholfen. Wer weiß 😉

  • Lafferthon

    Die ca. 100 Jahre ist keine Theorie und ja ich habe hier schon einmal geschrieben habe aber den gleichen Namen benutzt.

    Für die 1. Pyramide – die Djoser-Pyramide wird eine Erbauungszeit um 2650 v. Chr. angenommen. bzw. ist diese – wie auch die weiteren Angaben durch C14-Untersuchungen bestätigt worden – für die Mykerinos-Pyramide, die diesen Zeitraum abschließt, wird als Bauzeit der Zeitraum von 2540 – 2520 v. Chr. angenommen. Mithin liegt hier ein Zeitraum von ca. 100 Jahren vor.

    Es ist mir auch ziemlich egal, was „seriöse“ Archäologen behaupten, denn natürlich machen sie hierzu keine Angaben. Im übrigen bin ich nicht gläubig und daher ist es für mich kein dogmatisches Gesetz was durch ein Archäologe unbegründet und unbelegt als zu glaubendes Dogma verkündet wird.

    Denn die Gesetze der Mathematik gelten auch für die Archäologen und da ist es ganz einfach: Man berechnet die Zahl der Blöcke und teilt diese durch den zur Verfügung stehenden Zeitraum. An dieser einfachen Rechnung kann auch kein Ägyptologe vorbei. Wenn man es allerdings etwas genauer kalkuliert, kann man natürlich nicht die gesamte Bauzeit ansetzen, da ja zunächst völlig andere Arbeiten durchgeführt werden müssen, bevor es überhaupt losgeht mit dem Stapeln der Steine. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass in diesen Zeiten auch noch viele, viele andere Bauten entstanden sind und die Zahl der möglichen Arbeiter durch die Stadt der Arbeiter relativ genau zu ermitteln ist, diese aber nicht alle 24 Stunden am Tag Steine schleppen konnten und selbst beim Bau der Pyramiden durch andere Arbeiten, wie z.B. dem Transport und dem Einbau von 40 Tonnen Blöcke, das „Blöckesetzen“ immer wieder unterbrochen werden musste reduziert sich die zur Verfügung stehende Zeit noch einmal erheblich. Für das gesamte Bauprojekt ist es glaube ich noch nie richtig ausgerechnet worden, da blieb es einfach bei der hilflosen Schätzung eines Mathematikers, dass „nur Sekunden verbleiben“.

    Natürlich ist eine solche Berechnung ziemlich peinlich für die Archäologen – wie so vieles andere auch, worüber man nur sehr ungern redet – aber zumindest für die 4. Dynastie, zu der Cheops gehörte, wurde das – allerdings nur bezogen auf die sechs großen Pyramiden, die in dieser Zeit errichtet worden sind – in einer archäologischen Tonbildschau einmal dargestellt. Man errechnete, dass für diese sechs Pyramiden innerhalb von 80 Jahren zwölf Millionen Steinblöcke, jeweils 50 bis 120 Zentimeter lang, verbaut worden sind. Das bedeutet, dass in 80 Jahre in ununterbrochener Folge etwa 400 Blöcke pro Tag, also durchschnittlich 40 pro Stunde oder alle anderthalb Minuten ein Block gesetzt worden ist. Schon das wäre die bis heute „gewaltigste von Menschen jemals erbrachte Bauleistung“. Da diese Rechnung nicht der Praxis entspricht und man nicht von einer ununterbrochenen Folge ausgehen kann, reduzieren sich diese 1 1/2 Minuten dann noch einmal für jeden leicht erkennbar erheblich. Kann man die 1 1/2 Minuten schon nicht erklären, wird es natürlich bei einer realistischen Berechnung völlig absurd. Diese Bauleistung wird von keinem Archäologen auch nur ansatzweise erklärt.

    Das Argument, was alles in der letzten 100 bis 150 Jahren geleistet worden ist, hört man natürlich immer wieder. Was hier übersehen wird: Wir hatten hunderte und eigentlich sogar tausende von Jahren Zeit und wir haben Milliarden von Menschen zur Verfügung mit unzähligen Schulen, Universitäten, Forschungseinrichtungen usw. Die Ergebnisse der Forschungen stehen heute oft nach kurzer Zeit der gesamten Welt zur Verfügung. Wir haben zudem schon lange die Schrift, konnten Wissen konservieren und entsprechend weitergeben und vermehren. All dies stand den Ägyptern nicht zur Verfügung und schon dies zeigt, dass diese Situationen nicht einmal ansatzweise vergleichbar sind. Trotzdem behauptet z.B. der deutsche Archäologe Krauss in einem Spiegel Interview völlig enrnsthaft, dass die Pyramiden durch einen Lern- und Probierprozesses erklärt werden könnte, der sich über etwa 15 Jahre hinzog. Da kann man sich nur noch an den Kopf fassen und wünscht sich, dass dieser Herr doch mal ein Praktikum in einer Baufirma machen möge. Nein, von Menschen, die selbst in einfachen Schilffhütten lebten zu erwarten, dass sie die phantastischsten Bauwerke der Menschheit in den Wüstensand stellen sollen, die bis heute auf ihre Enträtselung warten ist in etwa damit zu vergleichen als würde man von den heutigen Menschen erwarten, dass sie morgen in der Lage sind in eine Nachbargalaxie zu fliegen und zwar so schnell, dass sie übermorgen dort ankommen.

  • Lafferthon

    Aber das mit den Blöcken ist ja nur ein Beispiel und es ist lange nicht das größte Rätsel der Pyramiden.

    Man möge mir doch einmal erklären, wie es mit Holzklöppel, Messingmeißel und Steinwerkzeugen möglich sein soll den absteigende Korridor herzustellen. Er hat eine Breite von exakt 1,09 m und eine Höhe von exakt 1,20 m. Seine ebenfalls exakte Neigung von 26° 34′ 23″ führt zunächst ca. 34 m durch das gemauerte Massiv. Dann erreicht er das Basisniveau. Von hier aus sind es genau 70 Meter, die er durch den gewachsenen Fels führt, bis er in einer Tiefe von 30 m unter dem Basisniveau endet und dann knapp 9 Meter waagerecht in die Felsenkammer führt. Dieser Gang – wie andere unterirdische Gänge und Anlagen sind ohne Beispiel. Natürlich hat man auch schon Gänge in Felsen geschlagen, aber die sind nie auch nur annähernd derart genau und mit einer derartigen Qualität gearbeitet worden.

    Die Arbeiten konnten aufgrund der geringen Höhe nicht im Stehen ausgeführt werden. Hast Du eine Vorstellung, was das bedeutet? Ich behaupte, dass es vollkommen unmöglich ist diesen Gang mit den beschriebenen Werkzeugen in dieser Form zu erstellen. Weiter fällt natürlich auf, wie oft hier exakte Meterangaben vorkommen, obwohl der Meter ja erst viel, viel später entwickelt worden ist. Auch das ist nicht erklärt und natürlich ist die Art der Messung und wie man diese Maße auf solchen Strecken so exakt einhalten konnte ebenfalls nicht erklärt.

    Oder erkläre doch mal wie man die Nivellierung und die Exaktheit der Vermessungen erreicht hat. Ich zitiere hierzu mal aus Wiki um nicht alles selbst zu formulieren:

    „Als erstes wurde die Basisfläche nivelliert, indem um den Felskern ein ebenes Plateau hergestellt wurde, auf dem dann die Basis der Pyramide eingemessen wurde. Einerseits wurde dazu der Felskern abgetragen, andererseits die Risse mit gut gepflasterten Blöcken aufgefüllt. Auf den nivellierten Fels nahe dem Pyramidenkern wurde ein Fundamentsockel aus Tura-Kalkstein verlegt. Dieser diente der genauen Einmessung der Kantenlinien, der Konstruktion des rechten Winkels und letztlich dem Verlegen der ersten Steinlage.“

    Das hört sich erst einmal noch nicht so besonders spektakulär an, aber nun kommt es:

    „Die Nivellierung des Fundaments ist sehr präzise: Der größte Höhenunterschied beträgt lediglich 21 mm.“

    21 mm (!!!!) bei dieser Größe und mit diesen Werkzeugen????

    Niemals ist das zu schaffen!

    Die Vorschläge der Ägyptologen zu diesem Problem sind an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Da werden z.B. Zeichnungen gemacht von 2 Arbeitern die im hüfttiefen Wasser stehen (wie man einen solchen See dort künstlich errichtet hat, wird verschwiegen). Der eine Arbeiter hat eine Messlatte, der andere schlägt unter Wasser auf den Boden ein bis die Messlatte mit der Wasserkante übereinstimmt. Nicht nur, dass eine solche Arbeit wohl Jahre gedauert hat, hier werden alle praktischen Probleme außer acht gelassen: Wie man einen solchen See dort errichtet haben will habe ich eben schon gefragt, dann verliert er ja ständig an Wasser – immerhin ist da ringsherum Wüste – und muss ständig aufgefüllt werden, wobei der Wasserhöhe immer die gleiche Höhe haben muss. Schon das sind quasi unlösbare Probleme aber es geht noch weiter, so dass man feststellen muss, dass jemand, der ernsthaft von einer solchen Lösung überzeugt ist auch davon überzeugt sein wird, dass der Weihnachtsmann eine reale Person ist. Zum einen haben diese Leute wohl noch nie unter Wasser gearbeitet, denn sonst wüssten sie, dass aufgrund des hohen Wasserwiderstandes ein vernünftiges Arbeiten mit den einfachen Werkzeugen gar nicht möglich ist. Nach wenigen Schlägen wäre ein Arbeiter zudem erschöpft, denn die Arbeit unter Wasser ist natürlich ungleich schwerer, als in der Luft. Dazu kommt die Haltung der Arbeiter, die nach kurzer Zeit zu erheblichen Haltungsschäden führen würde. Aber noch wichtiger: Bei der Art der Arbeit und der Menge an Arbeitern, die dort im Wasser stehen und arbeiten müssten, wäre der Wasserspiegel natürlich nie ruhig. Bei der Größe der Fläche würde er sich schon ohne einen Arbeiter darin ständig bewegen, mit den ganzen Arbeitern entstehen chaotische Wellenbewegungen, die irgendeine Messung, wie man sie sich hier vorstellt völlig unmöglich machen würde. Auf diese Art und Weise geht das nicht und es gibt keine einfache Methode mit der man die beschrieben Genauigkeit auch nur annähernd erreichen könnte.

    Aber ich zitiere noch weiter: „Auch die Einmessung der Pyramide weist ebenfalls eine bewundernswerte Genauigkeit auf, die schon in den nachfolgenden Bauten nicht mehr erreicht oder erstrebt wurde. Umso erstaunlicher ist dies in Anbetracht des erhöhten Felskerns, der eine genaue Messung der Diagonalen unmöglich machte. Der Azimut, die Abweichung von der Nordrichtung, beläuft sich auf lediglich 3′6″ nach Westen. Die vier Seiten weichen nur sehr wenig von der erstrebten Länge von 440 Ellen (~ 230,383 m) ab, auf der Südseite um 7 cm, auf der Nordseite um 13 cm. Eine noch größere Genauigkeit findet sich in der Messung des rechten Winkels an den Ecken. Die Abweichung beträgt 2″ an der Nordwestecke, 3′2″ an der Nordostecke, 3′33″ an der Südostecke und 33″ an der Südwestecke. (…) Die heutigen Außenflächen der Pyramide sind konkav und nicht flach. An der Nordseite beträgt die Wölbung nach innen 0,94 m.“

    Diese Genauigkeit ist ebenfalls unerklärt, sie wurde bei keiner Pyramide davor oder danach je wieder erreicht.

    Das sind absolute „Basics“. Wenn man die schon nicht erklären kann ist alles andere ohnehin überflüssig und nur noch weitere Hinweise auf „höhere Hilfe“.

    Dazu ein Zitat des Ägyptologen Frank Müller-Römer, der aber auch Ingenieur ist:

    „Es gibt zwei Gruppen von Wissenschaftlern, die sich mit der Pyramidenbauweise beschäftigen. Da sind zum einen die klassischen Archäologen und Ägyptologen. Die haben kaum ein technisches Gespür für die Machbarkeit von Bauvorhaben und sind es auch nicht gewohnt, technische Probleme systematisch anzugehen. Sie haben tolle Ideen und machen schöne Zeichnungen, aber präsentieren keine praktischen Vorschläge und Berechnungen, wie ein Bauwerk errichtet und fertig gestellt werden kann. Trotzdem werden diese Ideen aufgrund der renommierten Namen der Verfasser immer wieder zitiert.

    Die andere Gruppe würde ich als Hobby-Ägyptologen bezeichnen. Unter ihnen finden sich viele Ingenieure, Techniker und interessierte Laien. Sie legen raffinierte Erklärungen zu bautechnischen Fragen vor und stellen auch konkrete Berechnungen an. Häufig lassen sie dabei jedoch die archäologischen Befunde und Zusammenhänge außer Betracht. Hebewerkzeuge wie der Flaschenzug oder der Schaduf (Hebelkonstruktion, d. Red.) zum Beispiel waren im Alten Reich einfach nicht bekannt und sind daher als Basis für Bauvorschläge unzulässig.“

    Tatsache ist: Bis heute gibt es trotz aller Forschung kein einziges Konzept mit dem man den Bau der Pyramiden erklären könnte!

  • Kerstin Wiggers

    Mein Kommentar kommt zwar ziemlich spät, trotzdem möchte ich mich noch an der Diskussion beteiligen, auch wenn das vielleicht von niemanden mehr gelesen wird.
    Dieser „Disput“ erinnert mich an ein Streitgespräch, das ich vor über 30 Jahren mit meinem Religionslehrer hatte. Es ging dabei um die Bibel und die aus heutiger Sicht widersprüchlichen Aussagen. Mein Lehrer sagte damals, dass die Menschen sich die Erschaffung der Welt irgendwie zu erklären versuchten und die Bibel deshalb auch als eine Art „Märchenbuch“ gelesen werden könnte. Eben einfach ein Versuch, das Unerklärliche zu erklären. Könnte es sich bei der Alien-Theorie nicht ähnlich verhalten?

  • Jolly Thews

    Auch „späte“ Kommentare werden von uns immer mit Interesse gelesen! 😉
    „Ein Versuch, das Unerklärliche zu erklären“ – sehr schön gesagt!

    Wie Lafferthon ja wortreich ausgeführt hat, hat die Wissenschaft für viele Aspekte des Baus der Pyramiden noch keine schlüssigen Erklärungen gefunden – von handfesten Beweisen ganz zu schweigen. Also muss man spekulieren und Theorien aufstellen, um zu versuchen, es irgendwie zu erklären.

    Fakt ist, dass es inzwischen archäologische Beweise dafür gibt, dass Menschen das Material zu den Baustellen brachten und damit die Pyramiden bauten, bzw. wie Lafferthon sagt, „die alltägliche Drecksarbeit“ machten. Leider fehlt für viele Bauleistungen noch die Antwort, wie man das schaffen konnte (so schwere Blöcke heben, so massiven Fels durchdringen, so genaue Maße einhalten, etc.).
    Ich bin sicher, dass irgendwann in der Zukunft durch neue archäologische Funde die eine oder andere Frage noch beantwortet werden wird. Aber in der Gegenwart bleiben uns dafür nur Spekulationen und Erklärungsversuche. Und der Glaube an die Beteiligung eines höheren Wesens – ein Zeitreisender, ein Außerirdischer oder ein Gott – ist so legitim, wie jeder andere. Dein Vergleich mit der Religion ist also ziemlich treffend…

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