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Die Mumien von Thutmosis I., Thutmosis IV. und der "Älteren Dame" aus KV35. Fotos: G.E. Smith, The Royal Mummies (1912), Copyright expired

Das Who-is-who der Mumien. Schweizer Studie sammelt Fakten

Königsgräber und königliche Mumien waren schon immer die aufsehenerregendsten Entdeckungen in Ägypten, seit Giovanni Battista Belzoni im Jahr 1817 das erste Grab im Tal der Könige entdeckte. In diesem heute als KV21 bezeichneten Grab lagen zwei weibliche Mumien, deren Identität bis heute nicht geklärt ist. In den 200 darauf folgenden Jahren wurden noch viele weitere Königsmumien gefunden und nur bei wenigen konnte die Identität zweifelsfrei ermittelt werden. Bei vielen Mumien gibt es dagegen nur Vermutungen, und die in der Vergangenheit durchgeführten Untersuchungen lieferten manchmal sogar widersprüchliche Ergebnisse.

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Die Mumie Ramses II.

Körpergröße als Indikator für Inzucht im alten Ägypten?

Bei einer Untersuchung von 259 Mumien aus allen altägyptischen Epochen fanden Forscher nun heraus, dass es Unterschiede in der Körpergröße zwischen der Normalbevölkerung und Mitgliedern der königlichen Familien gab. Königliche Frauen waren kleiner als Frauen aus der Bevölkerung, königliche Männer hingegen waren größer als ihre Landsmänner. Interessant ist vor allem, dass es unter den Mitgliedern der Königsfamilien geringere Größenunterschiede als in der Normalbevölkerung gab. Da das Merkmal Körpergröße stark von genetischen Faktoren abhängt, interpretieren die Forscher dieses Untersuchungsergebnis als Indiz für Inzucht in den königlichen Familien, bei denen manchmal über mehrere Generationen immer wieder Geschwister verheiratet wurden. So vererbten sich immer wieder ähnliche Geninformationen für die Körpergröße – mit der Folge, dass die Kinder aus Geschwister-Ehen ähnlich groß wurden, wie ihre Eltern. Die Vermischung von unterschiedlichem Genmaterial, wie es bei Ehen unter Nicht-Blutsverwandten normal ist, führe zu mehr Größenunterschieden, wie es in der Normalbevölkerung auch der Fall war.

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Foto der Mumie Ramses II.
Die Mumie von Ramses II., Foto: ThutmoseIII, Wikimedia Commons, Lizenz: CC-BY-SA-3.0

„Zurück in die Ewigkeit“ – wohin gehören Mumien?

Während der „Goldgräberjahre“ des 19. Jahrhunderts, als nach Napoleons Ägyptenfeldzug ganz Europa von den Entdeckungen in Ägypten fasziniert war, wurden vermutlich tausende Mumien ausgegraben. Sie wurden verkauft, geschmuggelt, zerteilt, zu Pulver verarbeitet, als Partygag ausgewickelt, landeten zum Gruseln in Schaukästen – und waren natürlich auch Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Aber durften und dürfen wir das überhaupt? Oder gibt es ein Recht auf Totenruhe? Oder wenigstens auf Pietät?

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Auch gescannt: Die Mumie Thutmosis II.
Bild: Wikimedia Commons, public domain

Fehldiagnose bei den Pharaonen: Keiner litt unter schwerem Rheuma

Die Diagnose einer Forschergruppe aus den 1980er muss für die Pharaonen des Neuen Reiches zu Lebzeiten verheerend gewesen sein. Anhand von Röntgenaufnahmen diagnositizierten sie bei so berühmten Pharaonen wie Ramses II. eine besonders schwere Form von Rheuma. Eine falsche Diagnose, behaupten nun Forscher um den ehemaligen Antikenminister Zahi Hawass, die mehrere Mumien aus der 18. – 20. Dynastie genauer unter die Lupe genommen haben.
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Das harzgetränkte Flachsgarn unter dem Mikroskop
Foto: © Ron Oldfield / Jana Jones

Ägypter mumifizierten ihre Toten schon vor 6000 Jahren

Was haben die alten Ägypter nicht alles getan, um ihre toten Körper für ein Leben nach dem Tod herzurichten? Balsame, Harze, Natronbäder,… es konnte ihnen nichts aufwendig genug sein, um sich durch einen intakten Körper ein ewiges Leben nach dem Tod zu sichern. Da es kaum antike Aufzeichnungen darüber gibt, wird die Technik der Mumifizierung schon seit vielen Generationen untersucht. Eine Gruppe von Wissenschaftlern ist es nun gelungen, die Geschichte der Mumifizierung auf den Kopf zu stellen: Die alten Ägypter haben schon 1500 Jahre früher begonnen, ihre Toten einzubalsamieren als bisher angenommen.
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