Parallel zur Feier des 45. Jahrestages seiner Eröffnung kündet das Luxormuseum auch eine Sonderausstellung an, die nur ein einziges Artefakt enthält: die Spitze einer Grabpyramide aus dem Assasif. Das Pyramidion ist unten 27×33 cm breit und 40 cm hoch. Es ist aus Sandstein und an allen vier Seiten mit Götterdarstellungen dekoriert.
Das älteste Ortsschild der Welt steht in der Wüste bei Assuan
Vor 5000 Jahren bildete sich in Ägypten aus mehreren rivalisierenden Zentren der erste große Territorialstaat der Weltgeschichte. Einer der Könige, die damals versuchten, ein Gebiet zu kontrollieren, das sich ca. 800 km nilabwärts erstreckte, trug den Namen Skorpion. Er errichtete an den Rändern seines Reiches Königsgüter, sogenannte „Domänen“, die sein Territorium vom Fremdland abgrenzen sollten. Wissenschaftler der Universität Bonn entzifferten nun eine Felsinschrift, die sie bereits vor zwei Jahren in einem abgelegenen Wadi östlich von Assuan gefunden hatten. Sie lautet: „Domäne des Horuskönigs Skorpion“. Diese Felsinschrift ist damit sozusagen das erste Ortsschild der Welt, meint Prof. Ludwig D. Morenz von der Uni Bonn.
Unbekannte astronomische Darstellungen im Esnatempel entdeckt
Im Tempel des widderköpfigen Gottes Chnum in Esna, wo seit zwei Jahren an der Restaurierung der Reliefs und der Inschriften gearbeitet wird (wir berichteten), stießen die Wissenschaftler bei ihrer Arbeit auf mehrere astronomische Darstellungen, die sowohl bekannte als auch bislang unbekannte Sternenbilder zeigen. Ein bekanntes Sternbild ist z.B. der „Große Wagen“, der im Esnatempel als Rinderbein dargestellt ist. Dieses Sternbild galt den alten Ägyptern als Manifestation des düsteren Gottes Seth, der nach der Legende seinen Bruder Osiris ermordete. In der Mythologie hält ihn daher die Nilpferdgöttin fest, damit er nicht in die Unterwelt gelangen kann, wo sein Bruder Osiris lebt. Dieser Mythos wurde dadurch unterstützt, dass das Sternbild des Großen Wagens bei seiner Wanderung über den Nachthimmel nie unter den Horizont rutscht, sondern immer darüber sichtbar bleibt.
Mumie mit Hinweisen auf gynäkologische Behandlung
Bei der Mumie einer Frau aus der Nomarchendynastie in Elephantine während des Mittleren Reiches fand man zwischen den Beinen eine Feuerschale, die zum Verbrennen von Räuchermitteln verwendet wurde. Laut medizinischer Papyri dieser Zeit sollte der Rauch in die Vagina der Frau gelangen und dort schmerzlindernd wirken. Dass diese Behandlungsmethode nicht nur eine auf Papyrus festgehaltene Theorie war, sondern vor 3800 Jahren tatsächlich durchgeführt wurde, ist nun erstmals archäologisch belegt.
Noch viel mehr Särge in Sakkara gefunden
Murmeltiertag in Sakkara: In demselben großen Zelt vor der Stufenpyramide, wie vor sechs Wochen, stellten Antikenminister Khaled El-Enany und Supreme-Council-Leiter Mostafa Waziri der versammelten Weltpresse erneut eine große Menge an Sarkophagen vor, die kürzlich von der ägyptischen Mission in Sakkara entdeckt wurden. Insgesamt waren mehr als 100 Särge in drei Grabschächten gefunden worden. Dazu über 40 Artefakte, wie Mumienmasken und Statuen.




